Jungfrau Klimaguide

Eine App liefert Infos
über Klima und Umwelt

 

Der „Jungfrau Klimaguide“ hat beim 2. Prix Rando 2010, dem Innovations- und Qualitätspreis der Schweizer Wanderwege, den 3. Rang erreicht.

In diesem Sommer habe ich in der Jungfrau-Region Urlaub gemacht und wollte natürlich auch den „Jungfrau Klimaguide“ testen. Ich habe ja selbst kein iPhone, was aber kein Problem ist, denn in der Tourismusinformation gibt es welche zu mieten (CHF 15.- pro Tag).

Ich wähle die Route „B“ von Grindelwald über das Pfingstegg zum Bäregg. Zuerst steige ich zum Pfingstegg, dem Startpunkt der Tour, auf (wer nicht so steil aufsteigen möchte: es führt auch eine Seilbahn hinauf).

Wetterhorn (Foto: Barbara Haid)

Gleich bei der Bergstation ist die erste von sieben Hörstationen. Auf dem iPhone finde ich die Wanderkarte (natürlich zoombar) mit den eingezeichneten Hörstationen. In den Audiobeiträgen gibt es Sachtexte, es kommen aber auch Experten und Augenzeugen zu Wort. Möchte man mehr über eine Einzelheit erfahren, hat man Videos, weitere Texte, Bilder zur Verfügung. Sogar Blumen können mit dem App bestimmt werden.

Ich finde den „Jungfrau Klimaguide“ eine großartige Idee:

  • Erstens kann auf große Informationstafeln in der Landschaft verzichtet werden; lediglich kleine Holzpflöcke markieren die Stationen.
  • Ich kann je nach Belieben so viele Informationen abrufen, wie ich gerade möchte.
  • Durch authentische Augenzeugenberichte werden die Ereignisse lebendig und greifbar.
  • Durch die multimediale Aufbereitung (Ton, Bild, Audio, Text) ist für jeden etwas dabei.

Der Weg vom Pfingstegg zum Bäregg hat wahrlich einiges zu bieten: An einem Standort erfährt man, wie es zum spektakulären Felssturz am Eiger kam. Die Felsmassen stürzten auf die weit unten in der Schlucht liegende Zunge des Unteren Grindelwaldgletscher. Durch die Felsauflage schmolz das Eis nicht mehr ab und dahinter bildete sich ein Gletschersee, der den Ort Grindelwald bedroht.
Beim Standort Bäregg (Einkehrmöglichkeit) erfährt man, dass mittels Kameras und anderen Überwachungssystemen der Gletschersee laufend beobachtet wird. So kann sofort auf einen eventuellen Ausbruch des Gletschersees reagiert und Alarm ausgelöst werden.

Die neu errichtete Bäregghütte steht unmittelbar neben dem Ort, an dem früher die Stieregg-Hütte stand. Letztere rutschte nach einem Murgang immer mehr ab; es bildeten sich Risse in der Terrasse (so berichten die Wirtsleute bei Station B6), die Hütte wurde unterspült. Bevor sie abstürzte wurde sie abgebrannt. Die neue Bäregg-Hütte wurde daraufhin errichtet.

Bei meiner Rast oberhalb der Bäregghütte gibt es einen überwältigenden Blick auf den Unteren Gletscher, das Eismeer und die Fiescherwand. Innerhalb kurzer Zeit brechen immer wieder Eismassen vom Hängegletscher ab und donnern über die Felswand.

Gehzeit Pfingstegg – Bäregg: 1:30 h